Anonym bleiben in öffentlichen WLAN-Netzwerken

WLAN-Hotspot

Öffentliche WLAN-Zonen (Wifi-Hotspots), z.B. in Hotels, Flughäfen oder Cafés, sind heutzutage nur noch selten anonym zugänglich. So ist es in Hotels mittlerweile üblich, dass man ausschließlich über einen personalisierten Zugangscode (z.B. Zimmernummer + Passwort) Zugang zum Internet erhält. Für die Betreiber eines öffentlichen Netzwerks ist dies, aufgrund der in Deutschland geltenden Störerhaftung, auch notwendig um sich z.B. gegen Schadenansprüche wehren zu können. Dennoch ist vielen Menschen der Gedanke daran, dass z.B. ein Hotelmitarbeiter den gesamten Internetverkehr eines bestimmten Zimmers mit verfolgen könnte, zu Recht unangenehm. Auch existieren bei der Benutzung eines öffentlichen WLANs immer - auch jenseits des möglichen Einbruchs in die Privatsphäre - viele ernst zu nehmende Sicherheitsprobleme.

Was sieht der Betreiber eines WLANs alles?

Wenn keine erweiterten Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, sieht der Betreiber des WLAN-Hotspots praktisch alles, was Sie im Internet tun: z.B. welche Webseiten Sie besuchen, eigegebene Formulardaten, wie Suchanfragen und evtl. sogar eigegebene Passwörter. Öffentliche WiFi-Hotspots sind daher oft ein Mekka für Kriminelle und Voyeure, die es auf die persönlichen Daten Ihrer Opfer abgesehen haben. So könnten z.B. alle Daten der Nutzer eines öffentlichen Hotspots über Monate hinweg vom Betreiber protokolliert und später gezielt ausgewertet werden. Dabei kann dann z.B. nach eigegebenen Passwörtern, privaten Emails oder übertragenen Fotos gesucht werden.

Wie kann man sich schützen?

Screenshot der Webseite Google mit https
Google mit aktiviertem https

Zunächst sollte man es dringend vermeiden, Formulardaten wie z.B. Passwörter auf Webseiten einzugeben, die über keine verschlüsselte Verbindung verfügen. Ob eine Webseite über eine verschlüsselte Verbindung verfügt, erkennen Sie an der Adresse (URL) der Webseite: Fängt diese mit https:// an, handelt es sich um eine verschlüsselte SSL-Verbindung – hier besteht in der Regel also keine Gefahr für Ihre Daten.

Das gleiche gilt auch für Emails: Falls ein Email-Programm wie z.B. Outlook genutzt wird, sollte darauf geachtet werden, dass eine Verschlüsslung genutzt wird (meist zu finden in den Kontoeinstellungen – wählen Sie z.B. SSL/TLS als Verschlüsselung).

Dennoch ändern alle diese Sicherheitsmaßnahmen nichts daran, dass der Betreiber des Hotspots einen tiefen Einblick in Ihr Surfverhalten bekommt, in dem er z.B. sieht, welche Internetseiten sie ansteuern.

Effektive Wege anonym im WLAN zu bleiben

Wirklich anonym ist man im WLAN nur, wenn der gesamte Netzwerkverkehr verschlüsselt wird. Dies macht es auch dem Hotspot-Betreiber unmöglich, nachzuvollziehen, wo und wie man sich im Internet bewegt. Hierzu gibt es folgende Möglichkeiten:

VPN-Tunnel

Ein VPN-Tunnel kann als Deluxe-Variante für anonymes surfen im WLAN angesehen werden. Die Internetverbindung wird vollständig verschlüsselt und über einen VPN-Anbieter, wie z.B. www.hidemyass.com, zwischengeleitet. Dies macht Sie, je nach Anbieter, sowohl im Internet als auch im WLAN vollständig anonym und liefert trotzdem solide Geschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s. Die Verwendung eines VPN-Servers bietet auch noch weitere Vorteile im öffentlichen WLAN: Oft befinden man sich, besonders in Hotels, hinter einer Firewall, die bestimmte Services, wie z.B. Bittorrent, blockiert. Ein VPN-Tunnel macht die Benutzung solcher Services wieder möglich. Eine Liste guter und anonymer VPN-Server-Dienste finden Sie in diesem Artikel

Tor

Durch das Anonymisierungsnetzwerk Tor kann ebenfalls eine vollständig verschlüsselte Verbindung ins Internet erfolgen. Tor ist kostenlos und schnell zu installieren. Leider leidet hier oft die Surfgeschwindigkeit, was die Benutzung von Videoportalen, wie z.B. Youtube, oft nahezu unmöglich macht. Alle Infos über Tor haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.