Netflix sperrt Zugriffe per VPN und Proxy

Netflix Störung

Berichten zufolge blockiert der Streaming-Dienst Netflix vermehrt Abonnenten, die den Service über einen amerikanischen VPN-Server nutzen, um so den GEO-Blockaden zu entgehen. Netflix erfüllt damit die Forderung der Filmstudios nach mehr Kontrolle über die Inhalte in einzelnen Ländern.

Netflix ist lediglich in wenigen Ländern (darunter seit 2014 auch Deutschland) verfügbar. Aufgrund komplizierter Lizenzmodelle unterscheidet sich das Film- und Serienangebot von Netflix von Land zu Land allerdings dramatisch: So kann es zum Beispiel sein, dass eine bestimme Serie in Deutschland gar nicht oder erst viele Monaten nach US-Veröffentlichung verfügbar ist – für echte Serienfans ein unhaltbarer Zustand!

Anstatt sich in die Illegalität von Filesharing-Börsen zu flüchten, nutzen immer mehr Menschen einen VPN-Dienst, wie z.B. www.torguard.net, um der GEO-Blockade zu entgehen und damit in den Genuss des wesentlich attraktiveren Film- und Serienangebots der US-Version von Netflix zu kommen – und das völlig legal. Den Filmstudios sind diese digitalen Grenzüberschreitungen natürlich ein Dorn im Auge. Denn sollte sich dieser Trend weiter fortsetzen, könnte dies die Lizenzabkommen mit den Rechteinhabern in den einzelnen Ländern langfristig gefährden.

Als Reaktion auf den Unmut der Filmbranche hat Netflix während den letzten Wochen damit begonnen, die IP-Adressen von bestimmten VPN-Diensten zu blockieren. Der Umfang der Aktion ist aber noch gering und betrifft bisweilen nur wenige Serverstandorte in den USA. Dies könnte sich allerdings bald ändern: So berichtete ein Sprecher des VPN-Dienstes Torguard dem Blog Torrentfreak gegenüber, er habe die Vermutung, dass Netflix die Blocking-Methoden derzeit nur teste. Sollte Netflix ernsthaft damit beginnen, den Service zu blockieren, will Torguard seinen Nutzern schnelle Hilfe versprechen, um die Geo-Blockade auch weiterhin erfolgreich zu umgehen.

Netflix ist nicht der einzige Streaming-Dienst, der Maßnahmen gegen GEO-Piraterie einführt: Ende 2014 begann der Streaming-Dienst Hulu mit der Implementierung ähnlicher Blocking-Methoden: Hulu ist seit Dezember 2014 nicht mehr via Proxy oder VPN-Server erreichbar, weder außerhalb noch innerhalb der USA.

Es ist anzunehmen, dass diese jüngsten Entwicklungen viele frustrierte Medien-Fans zurück in die Illegalität der Tauschbörsen treiben wird. Denn wer bereits einen ausländischen VPN-Dienst nutzt, kann sich dort auch einigermaßen sicher vor Abmahnungen wägen (mehr dazu in diesem Artikel). Traurig bleibt jedoch, dass der aktuelle Fall erneut zeigt, dass viele Menschen durchaus bereit sind, für ein gutes Streaming-Angebot zu bezahlen. Die Filmbranche sollte dies als Chance nutzen, um ihre antiquierten Lizenzmodelle zu erneuern und ihren Nutzern länderübergreifende, einheitliche Angebote zu ermöglichen. Bei der Musik hat das doch auch ganz gut funktioniert.