Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für eine Abmahnung?

Würfel

Wer schon einmal als Anschlussinhaber, z.B. wegen Torrent-Filesharing, abgemahnt wurde, weiß, wie bitter und nervenaufreibend ein solches Schreiben sein kann. Plötzlich ist von Unterlassungserklärungen, Zahlungsaufforderungen und Streitwerten die Rede - oft in Höhe von zehntausenden Euro. Als Nicht-Jurist wirken diese Worte oft wie lebensbedrohliches Chinesisch und man sieht sich vor seinem geistigen Auge schon in Sträflingsuniform in einer Gefängniszelle kauern.

Die Realität sieht jedoch natürlich nicht so schlimm aus. In den meisten Fällen sind Abmahnungen, z.B. wegen Urheberrechtsverletzungen, mit einer unterschriebenen Unterlassungserklärung beendet und landen nur selten vor Gericht

Doch wie wahrscheinlich ist es, von einer Anwaltskanzlei in Deutschland wegen seines Internet-Verhaltens abgemahnt zu werden? Das Verschicken von Abmahnungen aufgrund von Urheberrechtsverletzungen, z.B. auf Tauschbörsen, ist für Anwaltskanzleien ein sehr lukratives Geschäft geworden – und das hat sich unter Juristen herumgesprochen. Dies zeigt sich unter anderem daran, dass sich die Anzahl der abmahnenden Kanzleien im Jahr 2013 von 65 auf 72 erhöht hat (Quelle). Eine Grundsätzliche Trendwende ist hier nicht zu erkennen. D.h. die Wahrscheinlichkeit, in Tauschbörsen abgemahnt zu werden, ist 2015 nach wie vor hoch und wird vermutlich in den nächsten Jahren weiter ansteigen.

Statistische Ansätze für die Berechnung der Abmahn-Wahrscheinlichkeit in Tauschbörsen gibt es zwar, diese sind aber mit großer Vorsicht zu genießen. So errechnete ein Autor des Blogs wesaveyourcopyrights.com die Wahrscheinlichkeit folgendermaßen: Gegen geschätzte 126 Millionen Urheberrechtsverletzungen standen im Jahre 2013 lediglich ca. 110.000 Fälle von Abmahnungen in Deutschland. Dies ergibt eine Quote von ca. 0,1%. Bei diesem Beispiel bleibt allerdings die Herkunft und Qualität der Zahlen stark zu hinterfragen!

Abmahnungen betreffen heutzutage nicht nur Filesharer: Wie der Fall um die Pornoplattform RedTube 2014 zeigte, kann man auch als unbedachter Surfer schnell in die Fänge der Kanzleien geraten. Fakt ist, dass es für den einzelnen heutzutage immer schwieriger wird, legale von illegalen Angeboten zu unterscheiden und nicht unwissentlich rechtliche Grauzonen zu betreten.

Wie kann man sich schützen?

Sich vor Abmahnungen zu schützen ist weder technisch schwierig noch teuer. VPN-Dienste wie www.torguard.net oder www.ipvanish.com leiten die gesamte Internetverbindung verschlüsselt über ein Drittland weiter. Dadurch kann die IP-Adresse weder von außen noch vom eigenen Service-Provider, z.B. der deutschen Telekom, nachvollzogen werden. Dies macht den Anwender vor der Verfolgung durch Anwaltskanzleien, Behörden oder Spionen vollständig immun. VPN-Provider bieten ihre Dienste teilweise schon ab ca. 3,90 EUR im Monat an (hier gibt es eine Übersicht).